Willkommenskultur

„Lass uns mal dahin gehen ...“ 

Ihr Ansprechpartner: Gökan Tolga Gökan Tolga

Unsere Begeisterung für Zerai Abraham lässt nicht nach. Und auch nicht die Schreibwut unseres Praktikanten. Diesmal lassen wir „HannsM“ in einem Interview selbst erzählen, was hinter seinen Projekten steckt.

Mandelkern: Welche Ideen verfolgt das Ubuntu-Projekt? Oder anders gefragt: Was soll mit dem Ubuntu-Haus erreicht werden?

Zerai Abraham: Am wichtigsten ist mir, dass sich unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen treffen und gemeinsam leben. Im Ubuntu-Haus sollen aus der Gemeinschaft heraus verschiedene Projekte und Initiativen entstehen. Außerdem ist es mir wichtig, dass wir Flüchtlinge auf einer Art und Weise unterstützen, bei der ihnen ihre Würde zurückgegeben wird.

Mandelkern: Wo sehen Sie das Ubuntu-Haus in fünf Jahren?

In fünf Jahren ist das Ubuntu-Haus bekannt für das, was ich gerade erläutert habe: Es ist ein Treffpunkt, über den die Menschen sagen: „Lass uns mal dahin gehen!“. Im Ubuntu-Haus sollen die Flüchtlinge in die Position gebracht werden, in der sie früher waren: Sie sollen wieder zu Menschen mit Würde werden. Die verschiedenen Projekte sollen in dieser Hinsicht Pionierarbeit leisten und Jobs in der Gastronomie und dem Hausmeisterteam bieten. Ziel ist es also, dass die Flüchtlinge es mit unserer Hilfe schaffen, sich eine Existenz in Deutschland aufzubauen.

Was Ubuntu so besonders macht, ist, dass wir nur einmalige Fördermittel beantragen bzw. nach einmaligen Spenden fragen möchten. Durch die Dynamik des Gastronomie-, Galerie-, Ausstellungs- und Eventbereichs sowie der Ausstellung zu Lampedusa soll sich das Haus selbst tragen – und zusätzlich noch andere Projekte finanziell unterstützen. Eventuell soll es in Frankfurt einen weiteren Ableger des Ubuntu-Hauses als Begegnungsstätten geben. Doch nicht nur das: Da die Dynamik auf unserer Seite und der Bedarf in anderen Städten groß ist, kann ich mir auch Ubuntu-Häuser in Berlin, Hamburg und München vorstellen.

Mandelkern: Welche Parallelen gibt es zwischen dem Ubuntu-Projekt und der „Hidden Cash“-Aktion?

Alles lief ein wenig anders als geplant. Ursprünglich wollten wir das Ubunutu-Haus vollständig aufbauen und dann die „Hidden Cash“-Aktion durchführen, um Menschen zum Haus zu bringen. Das letzte Hidden Cash wäre dann im Ubuntu-Haus gefunden worden – und zwar am Tag der Eröffnung. So hätten wir auf die Situation von Flüchtlingen aufmerksam machen und mit den Menschen die Eröffnung feiern können. Da wir aber mit dem Ubuntu-Haus nicht weiter gekommen sind, haben wir die Aktion quasi vorgezogen. Und die Dynamik von Hidden Cash hat uns sehr dabei geholfen, unsere Meinung zu sagen und auf die Situation der Flüchtlinge aufmerksam zu machen.

Mit der „Hidden Cash“-Aktion haben wir auch bewiesen, dass alle Menschen gleich sind: Wir sind alle auf der Suche nach Freiheit und Glück. Im Ubuntu-Haus wollen wir genau dieses Glück ausleben. Ubuntu bedeutet Menschlichkeit: „Ich bin, weil wir sind.“ Das heißt, es gibt kein „Wir“ ohne „Ich“ und es gibt kein „Ich“ ohne „Wir“ – das ist das Ubuntu Haus.

Mandelkern: Was muss sich in unserer Gesellschaft ändern, damit Flüchtlinge wirklich in Deutschland ankommen können?

Ich glaube, es ist wichtig, den Flüchtlingen genau das zu gönnen, was wir uns auch für uns selbst wünschen. Wir, also die Gesellschaft, sollten keine Angst davor haben, dass die Flüchtlinge uns irgendetwas wegnehmen könnten, unseren Wohlstand oder unsere Sicherheit, zum Beispiel. Denn im Grunde suchen sie dasselbe wie wir. Und der Staat sollte Flüchtlingen Zugang zu Bildung und Kultur ermöglichen. Wenn er das schafft, müssen wir, die Gesellschaft, keine Angst haben. Denn solange es Bildung und Arbeit gibt, wird weitere Bildung und Arbeit entstehen. Wenn es aber keine Bildung und Arbeit gibt, können die Flüchtlinge eine Belastung für den Staat und die Gesellschaft werden. Deswegen ist es besonders wichtig, ihnen so früh wie möglich einen Zugang zu Bildung und Arbeit zu eröffnen.

Internationalität Mandelkern

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