DIGITALKONGRESS IN MAINZ

Rückblick auf den Mainzer Digitalkongress

Ihre Ansprechpartnerin: Michaela Sadewasser Michaela Sadewasser

45 freie WLAN-Hotspots in Mainz, einen Digitalisierunglotsen für Unternehmen der Region und Bankangestellte, die auf Altenpflege umschulen: Willkommen in der digitalen Transformation!

Schlussrunde mit Impulsgebern aus den Foren. V.l.n.r.: Thorsten Winternheimer (Druckerei K. Wolf), Rudolf Kast (ddn), Dr. Tobias Brosze (Stadtwerke Mainz), Karl-Heinz Schulz (Mandelkern und Tagesmoderation) sowie Julia Schnitzler (Strassburger Filter). 

„Mit der Digitalisierung ist es wie mit der Physik: Man kann nicht für oder gegen die Schwerkraft sein.“ So pragmatisch die Begrüßungsworte durch IHK-Präsident Dr. Engelbert J. Günster, so anwendungsorientiert ist auch die Lösung der Mainzer Kammer: in Form eines eigenen „Digitalisierungslotsen“ nämlich, einem neuen Mitarbeiter, der KMU bei der digitalen Transformation berät. Und dass Beratung Not tut, zeigen die Zahlen. Gerade einmal 10.000 Euro geben deutsche Unternehmen für die digitale Wertschöpfung pro Jahr aus. Viel ist das nicht. Ist das Thema bei den Unternehmen noch immer nicht angekommen?

„Nein!“, stellte Keynotespeaker Prof. Dr. Christoph Igel ganz schmucklos fest. Ein Grund: Während man hierzulande gerne Studien erhebt, wird in Ländern wie China Geld in die Hand genommen und einfach gemacht! Mit der Konsequenz, dass deutsche Unternehmen und Hochschulen in Sachen Digitalisierung im Jahr 2005 stecken, Schulen sogar noch im Jahr 2000. Zum Vergleich: Die USA sind sieben Jahre weiter als wir. Die Frage lautet da, ob wir es überhaupt schaffen können, die versäumten Entwicklungen noch nachzuholen. Auch hier die klare Antwort des Berliner Professors vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz: „Nein! Konzentrieren Sie sich lieber auf die Zukunftsthemen und steigen Sie dort ein.“

Agile Gigabyte-Philosophen – ein Streifzug durch die Foren
Wie das aussehen kann, beleuchteten neben der Keynote drei Foren. „KMU 4.0“ eröffnete mit der ZIRP-Umfrage zu Digitalisierungsstand rheinlandpfälzischer Unternehmen. Die gute Nachricht: Für 80 Prozent der Befragten ist die Digitalisierung ein wichtiges Thema. Die weniger gute: Wie’s funktioniert, wissen viele noch nicht. Mit „Wirtschaft 4.0“ möchte die ZIRP rheinland-pfälzische Unternehmen für die Entwicklung in Richtung Industrie 4.0 sensibilisieren und aufzeigen, wie digitale Lösungen im Unternehmen umgesetzt werden können.

Wie erfolgreich das verlaufen kann, zeigte Thorsten Winternheimer, Geschäftsführer des Druck- und Medienhauses Wolf. In seinem Impuls beschrieb er eindrucksvoll, wie er eine traditionelle mittelständische Druckerei zu einem volldigitalisierten Druck- und Medienhaus umgebaut hat. Eigens eine neue Software wurde für die neuen Prozesse konzipiert, die Winternheimer inzwischen selber an andere Druckereien veräußert. In diesem Fall führte die Beschäftigung mit der Digitalisierung zu vollkommen neuen geschäftlichen Aktivitäten.

Für Neues offen sein, spielerisch neue Formen der Zusammenarbeit ausprobieren und eingetretene Pfade verlassen, sind die Erfolgsfaktoren auch für den IT-Klub Mainz sowie den Ausschuss Innovation & Technologie der IHK für Rheinhessen.

Dass neue Wege in RLP mit einem derzeitigen Downloadtempo von 50 Mbit/s eher Schotterpfaden anmuten, war Thema im Forum „Breitband“. Problem: Eine nennenswert bessere Übertragungsrate, wie sie Unternehmen zur digitalen Transformation benötigen, kann in der Fläche bis zu 2,5 Millionen Euro kosten. Für Prof. Dr. Sven Pagel, Professor für Wirtschaftsinformatik und Medienmanagement an der Hochschule Mainz ist Prioritätensetzung beim Ausbau deshalb das Mittel der Wahl: „Man stattet lieber ein Gebiet zukunftsfähig aus, als dass man mit DSL-Notlösungen zwei Gebieten keinen echten Gefallen tut.“ 

Ein funktionierendes Beispiel dafür lieferte Dr. Tobias Brosze von den Stadtwerken Mainz: „Wir haben ein Wasserwerk im Netzgebiet unseres Partners EWR, mit teilweiser Glasfaser-Infrastruktur der Wormser. Die werden wir mit unserer verknüpfen. Das heißt: Wir können dann einen Gigabyte-Stich ins Rheinhessische setzen und dort gezielt auf Gewerbekunden zugehen. Vielleicht sind das die interessanten Modelle.“ Weitere Möglichkeiten in der Kooperation sieht der stellvertretende Vorstandsvorsitzende in 45 Hotspots für die Mainzer City, unterstützt von Unternehmenspartnern. Von politischer Seite darf Mainz mit Geburtshilfe rechnen, wie Daniela Schmitt, Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, bekräftigte: „Das Wirtschaftsministerium möchte gemeinsam mit Gebietskörperschaften, Kammern und Netzbetreibern eine Bündelung deutlich unterstützen.“ 

Den Fokus auf den Menschen legte das dritte, gleichnamige Forum. Was sagt es über uns aus, dass wir nahezu süchtig nach Smartphone, WhatsApp und Co. geworden sind? Müssen wir lernen, uns gegenüber der Technik zu emanzipieren? Wenn wir nicht die Frage nach Koch und Kellner in der digitalen Transformation stellen wollen, schon. Dr. Tobias Kämpf vom ISF München und Prof. Dr. Manfred Becker von der eo ipso Organisationsberatung ließen keinen Zweifel an den unaufhaltsamen Veränderungen, die die Berufswelt mit sich bringen wird. Vorträge und anschließende Diskussion zeigten nicht nur auf, welche Jobs vermutlich verschwinden werden (und wer denkt, dass akademische Berufe gesichert seien, denkt falsch!), sondern auch, wie eine digitalisierte Lernbiografie bereits im Kindergarten angelegt, durch das gesamte berufliche Leben begleiten kann – ja vielleicht sogar Standard wird.

Die kompletten Nachberichte, Fotos, Videos und Präsentationen gibt es hier

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Michaela Sadewasser Michaela Sadewasser


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